Aujetzky im Pfarrwald

Erstellt am 26.07.2021

Lt. dem Schwäbisch Haller Veterinäramt, wurde am 06.07.21 ein beim Ansitz erlegtes Wildschwein positiv auf Aujetzkyantikörper getestet - die Hegeringleiter informierten bereits via Mail.

 

Diese weltweit verbreitete anzeigepflichtige Viruserkrankung (aus der Gruppe der Herpesviren), welche für Menschen und pferdeartige ungefährlich ist, stellt für andere Säugetiere eine tödliche Gefahr dar.

Die Aujetzkysche Krankheit, auch Pseudowut genannt, kann bei Hund und auch Katz durch die Gabe von rohem Wild-und Hausschweinfleisch übertragen werden. (Der Erreger wird erst ab 60°C erhitzen unschädlich und stirbt nach 8 Minuten bei 80°C ab.)

Die höchste Infektionsgefahr besteht durch den Kontakt der Schleimhäute und dem Speichel der Schweine. Blut stellt hier die geringere Ansteckungsgefahr dar. Dem Schwein (egal ob Wild- oder Hausschwein) merkt man die Krankheit in der Regel nicht an. Hat es diese überstanden, bilden sich Antikörper. Bei Stress reagiert das Virus wie andere bekannte Herpesviren: es wird  reaktiviert und kann somit weiter durch die oben genannten Wege ausgeschieden werden.

 

Hat sich der Hund infiziert, treten in kürzester Zeit (meist unter 4 Tage) die ersten Symptome wie bei der Tollwut auf: Appetitlosigkeit, Mattigkeit sowie erregte, bellende und auch winselnde Hunde sind bekannt. Im Unterschied zur Tollwut wird das Tier jedoch nicht aggressiv.

Weiter folgen Schluckbeschwerden, erhöhter Speichelfluss, Atemnot und Erbrechen als Symptome. Das auffälligste an der Erkrankung ist der erhöhte Juckreiz, der von den Ohren bis zum Maul auftritt und nicht selten bis zur Selbstverstümmelung führt. Daher hat die Krankheit auch Beinamen wie Tollkrätze und Juckpest. Krämpfe, Bewusstseinsstörungen und Lähmungen treten kurz vor dem Endstadium auf. In diesem wird der Hund eher ruhig, bewusstlos und verstirbt.

 

Da es keine Behandlungsmethoden oder Impfungen für Haustiere gibt, verläuft Aujetzky nach Ausbruch innerhalb von 1 bis 2 Tagen immer tödlich.

Für Hundehalter und Jäger gilt, den Kontakt mit lebenden, erlegten oder verendeten Schweine zu meiden.

 

Jäger sind noch stärker dazu aufgerufen, die Blutbeprobungen die über den jeweiligen Hegeringleiter oder direkt vom Veterinäramt bezogen werden können, welche hauptsächlich der Trichinen- und ASPbeprobung dienen, zu nutzen.

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