HR II - Mit dem Jäger in den Wald 2019

Erstellt am 20.08.2019

Mit einer starken Zahl von 42 Kindern, die sich zum diesjährigen Kinderferienprogramm unser Angebot "Mit dem Jäger in den Wald" ausgesucht haben, starten die Jäger bei herrlichem Wetter zu einer Runde durch den Mainhardter Wald. Willi Kircher, Jürgen Feger, Markus Frey und Klaus Hägele warten schon zur Begrüßung an der Dorfschenke der Familie Stammer in Gailsbach. So viele Kinder sind eine Herausforderung an Logistik und Betreuung, und so erhält jedes Kind zuerst eine kleine Buchenscheibe zum Umhängen mit seinem Namen drauf. Willi und Doris Kircher haken in der Liste der Reihe nach die angemeldeten Kinder ab -Ordnung muss sein.

Die Töchter von Markus Frey, Lina und Cora, früher selber oft beim Ferienprogramm dabei, stehen heute dem Team hilfreich und engagiert zur Seite.

Bei der fast vierstündigen Wanderung erfahren die Kinder viel über die Umgebung in der sie wohnen, welche Tiere hier bei uns vorkommen, welche Rolle die Jäger spielen und wie man sich selber, als Naturfreund, im Lebensraum der Tiere richtig verhält.

An den ersten Stationen erfahren die Kinder, wie man sich in Feld und Wald bewegen soll, denn dort betritt man das Wohnzimmer der Wildtiere. Im eigenen Garten würde man komisch schauen, käme da ein Fremder quer durchmarschiert - ganz ähnlich geht's den Wildtieren. Weit ausweichen können sie uns nicht, deshalb muss man unbedingt Rücksicht auf sie nehmen. Müll können sie versehentlich fressen oder sich daran verletzen. Freilaufende Hunde können ein Reh gehörig in Angst und Schrecken versetzen, genauso wie ein plötzlich lautlos auftauchender Mountainbiker. Daher ist es wichtig, auf den Wegen zu bleiben, denn diese sind unseren Wildtieren bekannt. Wer hier wandert und sich leise unterhält,kann sie mit etwas Glück beobachten. Auch Feuer ist bei Trockenheit eine große Gefahr für den Wald. Deshalb ist hier z.B. Erwachsenen das Rauchen zwischen März und Oktober untersagt. Erfreulicherweise ist das richtige Verhalten unserer Kindergruppe schon großteils bekannt und sie beteiligen sich rege mit Antworten. 

Beim Spaziergang zum Waldrand lernen die Kinder, dass hier alljährlich im Frühjahr die Rehe ihre Kitze in den Wiesen setzen. Vor der Mahd muss man also kontrollieren wo sie liegen, um sie nicht zu verletzen. Die meisten  Kinder wissen bereits, dass es ganz normal ist, ein kleines Kitz alleine zu finden. Das Muttertier ist in der Nähe und beobachtet es. Auch dass man es auf keinen Fall anfassen oder gar mitnehmen darf! Es nimmt sonst den menschlichen Geruch an und die Mutter wird es nicht mehr annehmen. 

Der Spaß neben so viel Wissenswertem darf natürlich nicht fehlen und so zeigt Cira, eine sehr erfahrene Jagdhündin, wie gut ihre Nase ist. Ihr wird mit einem Trainingsdummy eine Spur durch das Gras gezogen. Die Kinder lenken sie solange ab, damit sie nicht schummeln kann. Dann wird sie freigelassen und nur anhand feinster Geruchspartikel findet sie das Versteck, bringt den Dummy brav zurück und erhält eine Belohnung und viel Applaus der Kinder.

Im deutlich kühleren Wald geht es nun bergab, in Richtung der Brettach. An dieser Stelle münden auch die Bächlein Benzenbach und Odenbach mit ein. Mit Hilfe der Kraft des Wassers, das gestaut und dann über große Holzräder geleitet wurde, konnten im Mainhardter Wald früher zahlreiche Mühlen betrieben werden. Der Wald speichert unser Wasser und man findet ganz andere Pflanzen und Lebewesen. Moose, Bäume in Ufernähe und jede Menge Tiere. Am Baierwiesensee sind den Kindern zahlreiche Bewohner eingefallen, die hier vorkommen wie z,B. Karpfen und Forellen, Enten, Wasserläufer oder Libellen. Cira darf auch hier wieder zeigen, wie gerne sie schwimmt und bringt immer wieder die Plastikente, die die Kinder ihr ins Wasser werfen, so haben alle ihren Spaß.

Vom Tal aus geht es weiter bergauf, auch hier noch schattig und dichter Wald. Mit den mitgebrachten Lupenbechern von Lernort Natur machen sich die Kinder gruppenweise auf die Suche nach den kleinen Lebewesen im Mainhardter Wald. Dieses Jahr können wir zahlreiche junge Frösche, aber auch Spinnen, Asseln und Schnecken begutachten. Vorsichtig werden die Tiere wieder freigelassen und es geht im Gänsemarsch auf dicht bewachsenen Wegen weiter bergauf. Nanu, was ist das? Die Kinder sehen einen Hochsitz und dahinter stehen tatsächlich Wildschweine an der Kirrung. Die Kinder bleiben verdutzt stehen bis sie merken, dass es sich dabei nur um Attrappen aus Plastik und Holz handelt. Auch echte Sauschwarten zum Fühlen liegen bereit. Hier kommen Sauen in der Natur vor und wenn man sich das Fell betrachtet sieht man schnell, dass sie nicht nur sehr groß sind, sondern durch die dicken Borsten auch hervorragend geschützt sind gegen Brombeerdornen und Wettereinflüsse. 

Bei der ordentlichen Strecke, die wir inzwischen zurückgelegt haben, kommt der nächste Stopp im Wald gerade recht. Willis Frau Doris hat für alle Kinder Getränke dabei, die uns die Firma AQUA Römer dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat. Die Löschen den Durst! 

Auch die nächste Station hat es in sich -wir begutachten vorsichtig im steilen Hang einen Fuchsbau. Angelegt wurde dieser ursprünglich vom Dachs, der sich mit seinen langen kräftigen Krallen besser durch den Mainhardter Waldboden graben kann. Auch der Hase lebt hier bei uns, der besseren Deckung wegen vorwiegend im Wald. Ab der Geburt mit Fell, sehend, oberirdisch und in kurzer Zeit auf sich allein gestellt. Hier gibt es große Unterschiede zu Kaninchen. Da im Wald die Bäume nicht fehlen dürfen, werden noch heimische Gehölze gesucht und besprochen. Auf dem Heimweg benutzen wir den verschlungenen und zugewachsenen Wildererpfad, der uns zurück nach Gailsbach bringt. Hier warten bereits Doris Kircher und Diana Feger mit einem herzhaften Vesper auf die Kinder. Alle Präparate und Infotafeln stehen bereit, damit man in Ruhe noch einmal einen Blick drauf werfen kann. Die Verabschiedung erfolgt auf Jägerart mit dem Jagdhorn, auf dem uns Anika Klein noch ein paar Signale vorträgt.

 

Vielen Dank an alle Kinder und Eltern, wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen!

Wir Jäger vom Mainhardter Wald

 

Quelle Bilder: Willi Kircher

Erstellt am 20.08.2019
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