Mahd 2021 - Kitzrettung im Fokus

  • Bilder von Johannes Heindel

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Erstellt am 26.07.2021

Einige Wochen nun nach der ersten Mahd, stellen viele Tierschützer und auch andere Naturinteressierte vorwiegend den ortsansässigen Jägern die Frage, ob denn auch alles für den Schutz der Jungtiere und Bodenbrütern getan wurde, damit diese bei Mäharbeiten nicht zu Schaden kamen.

 

Immer wieder liest man hierzu in den regionalen Nachrichten, was es zur Folge haben kann, wenn vor der Mahd die Flächen nicht nach in den Wiesen verbleibenden Wildtieren kontrolliert bzw. abgesucht werden. Betroffen sind hier vor allem Rehkitze, da in deren ersten Lebenswochen die erste Mähperiode des Grünlands ansteht. Anstatt, wie vielleicht meist vermutet und angenommen, zu fliehen wenn Gefahr droht, verharren Rehkitze geduckt und reglos auf dem Boden. Daher sind diese auch nur schwer zu sehen oder auszumachen, was hier ein modernes Mähwerk anrichten kann, können sich sicher alle vorstellen. Die Rehkitze werden schwer verstümmelt und sterben qualvoll.

 

Gesetzeslage:

In § 1 Tierschutzgesetz (TierSchG) ist ferner festgelegt, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. Außerdem verpflichtet § 1 des Bundesjagdgesetztes (BJagdG) eindeutig denjenigen zur Hege, dem das Jagdrecht zusteht. Artikel 20a des Grundgesetzes hat eine ganz besondere Bedeutung für die Problematik des Mähtods,  indem es zur Anwendung von Schutzmaßnahmen verpflichtet, sofern solche verfügbar sind. Grundsätzlich stellt sich natürlich die Frage, wer rechtlich für den Schutz junger Wildtiere bei der Mahd verantwortlich ist und in welchem Umfang eine einzelne Person dafür haftbar gemacht werden kann.

 

Aus den oben angeführten Gesetzestexten geht eindeutig hervor, dass es in Deutschland nicht die Aufgabe des Jägers ist, Wildtiere vor dem Mähtod zu bewahren. Der Jäger ist zwar durch § 1 BJagdG zur Hege verpflichtet, durch die bestehenden Gesetze und Rechtsprechungen nimmt er hierbei jedoch eine eher untergeordnete Rolle ein. Vorrangig stehen die Landwirte und Maschinenbediener in der Pflicht, dass Wildtiere hierbei weder gefährdet oder getötet werden.

 

Die Rechtsprechung der letzten Jahre zeigt hier eindeutig auf, dass Vergehen verstärkt verfolgt und auch geandet werden. Ein Fall in Herrieden sorgte in den letzten Monaten Deutschlandweit für

Aufsehen, nachdem ein Landwirt, trotz mehreren Hinweisen aus der Bevölkerung, Rehkitze tot gemäht hatte.

 

Mögliche Vorkehrungen zum Schutz von Wildtieren:

Ob herkömmlich oder Mithilfe von moderner Technik, wichtig ist natürlich, dass etwas getan wird. In Vergangenheit hat sich gezeigt, dass durch eine beherzte Zusammenarbeit zwischen Landwirt und Jäger viele Rehkitze, aber auch Junghasen und Gelege von Bodenbrütern gerettet werden konnten. Bewährt haben sich hierbei folgende Vorgehensweisen:

  • Sobald feststeht, wann betreffende Wiesen gemäht werden sollen, informiert der Landwirt den zuständigen Jagdpächter.
  • Der Landwirt mäht am Vortag die Wiesen an, um so zu signalisieren und festzulegen, bis wohin gemäht werden soll. Das erleichtert es dem Jagdpächter die Suche nach den Rehkitzen zu koordinieren und Vergrämungsmaßnahmen einzuleiten.
  • Am frühen Morgen können dann die zu mähenden Wiesen kontrolliert und abgesucht werden. Hierbei bietet sich der Einsatz von moderner Technik an. Wärmebildtechnik in Verbindung mit einer Drohne vereinfacht die Suche und erhöht die Chance auf Erfolg um ein Vielfaches.

 

Bei der Drohnenarbeit werden die Wiesen in ca. 30 Meter Höhe mittels einer Drohne abgeflogen und die Bilder auf einen externen Bildschirm übertragen. Versteckt sich ein Rehkitz im hohen Gras, ist hier eine deutliche Wärmequelle festzustellen. Die Drohne schwebt über der Stelle und signalisiert den Helfern, wo sich das Rehkitz befindet. Mithilfe von Handschuhen und ordentlich Gras als Geruchsneutralisator wird dieses nun sanft aufgenommen und in Sicherheit gebracht.

 

Sollten Sie Interesse an einem Drohneneinsatz haben, kontaktieren Sie gerne die Jägervereinigung Schwäbisch Hall, welche Ihnen entsprechende Kontaktdaten weiterleiten wird.

Helfen Sie bitte mit, lassen Sie uns verstärkt zusammenarbeiten, um einen Beitrag zum Tierschutz zu leisten und unnötiges Tierleid zu vermeiden.

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