Rehwild im Liebesrausch

Erstellt am 20.08.2019

Von Mitte Juli bis Mitte August hat das Rehwild Paarungszeit. Der Jäger nennt diese Zeit Brunft bzw. gegen Ende der Brunft auch Blattzeit, denn mit Hilfe eines frischen Buchenblattes oder eines Rehblatters  werden verschiedene Fiep-Rufe einer Geiß oder eines Kitzes nachgeahmt und damit Böcke angelockt.

Das sonst sehr scheue und heimliche Rehwild ist während der Blattzeit rund um die Uhr aktiv, laut und hormongesteuert. Rehböcke sind auf der Suche nach paarungswilligen Rehgeißen, treiben die auserwählte Geiß teilweise kilometerweit über die Felder und liefern sich mit Rivalen Kämpfe oder Verfolgungsjagden, denn der territorial veranlagte Bock duldet in seinem Revier lediglich Geißen und eventuell unreife Böcke. Die Blattzeit ist eine der aufregendsten Zeiten im Jagdjahr und geprägt von Spannung, Faszination und seltenen Anblicken.

Vorsicht Wildwechsel

Wenn der Bock die brunftige Geiß durch Wald und Feld treibt, gibt es kein Halten mehr – Liebe macht bekanntlich blind. Vor lauter Liebesrausch kommt es daher auch tagsüber vermehrt zu Wildunfällen. Ein Reh kommt zur Paarungszeit selten allein über die Fahrbahn, häufig folgt der Geiß ein Bock. Daher ist für Autofahrer auch tagsüber erhöhte Aufmerksamkeit geboten, insbesondere in Waldstücken sollte man stets bremsbereit bleiben. Sollte es dennoch zu einem Wildunfall kommen, muss die Polizei verständigt und die Unfallstelle gesichert werden. Die Polizei ruft wiederum den zuständigen Jagdpächter des Revieres an. Bis die Polizei oder der Jäger eintrifft, heißt es Ruhe bewahren, Warnblinkanlage einschalten, eine Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen und die Stelle markieren, an der das Reh angefahren oder weiter gelaufen ist. Alle Unfälle mit Schalenwild, wie bspw. Rehe, Hirsche oder Wildschweine, sind nach dem Tierschutzgesetz meldepflichtig. Wer ohne Meldung weiterfährt, macht sich strafbar. Für die Wildschadensversicherung sind ohnehin eine Bescheinigung von der Polizei oder dem Jäger notwendig. Auch wenn das Rehwild nach einem Zusammenstoß unversehrt weiter rennt, kann es verletzt sein. Daher sollte aus Tierschutzgründen stets die Polizei kontaktiert werden, auch wenn kein sichtbarer Schaden entstanden ist. Um dem Rehwild unnötiges Leid zu ersparen, ist es Aufgabe des Jägers das verletzte Rehwild mit Hilfe eines hierfür ausgebildeten Jagdhundes aufzuspüren und ggf. von seinen Schmerzen zu erlösen.

Erstellt am 20.08.2019
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