Hubertusfeier 2025

  • Bild von der Hubertusfeier in der Festscheune Zum Rössle in Veinau

  • Bild aus der Stiftskirche St. Nikolaus, die ebenfalls durch die JV dekoriert wurde

  • Bild der Hundeführer, die die Brauchbarkeitsprüfung bestanden haben – rechts KJM Timo Rieger, 2. Von rechts Henning Gaugel (Hundeobmann)

  • Jungjäger mit den Jagdhornbläsern

  • Jungjäger mit den Jagdhornbläsern

  • Kreisjägermeister (KJM) Timo Rieger - seine Ansprache bei der Hubertusfeier

  • Bild der Parforcehorngruppe Schwäbisch Hall in der Kirche

Erstellt am

Zwischen Heiligenlegende und starker Zukunft: Jägervereinigung Schwäbisch Hall bekräftigt Verantwortung

Mit einer feierlichen Hubertusmesse in der Stiftskirche St. Nikolaus auf der Comburg begann die diesjährige Hubertusfeier der Jägervereinigung Schwäbisch Hall, die im Anschluss in einem geselligen Rahmen fortgesetzt wurde.

Jägergottesdienst mahnt zur Rechenschaft

Eindrucksvoll wurde die Legende des Heiligen Hubertus beleuchtet. Hubertus, der einst rücksichtslos jagte, fand erst durch die Erscheinung des Hirschs mit dem Kreuz zwischen dem Geweih zur Umkehr und wurde zum Schutzpatron der Jäger und Förster. Hubertus von Lüttich gilt als Begründer und Vorbild der Waidgerechtigkeit, die heute noch einer der wichtigsten Bestandteile der Jagd ist. „Den Schöpfer im Geschöpfe ehren“ bringt die enge Verbindung von Mensch und Tier zum Ausdruck. Im Zentrum des Gedenkens stehen das waidgerechte Handeln der Jägerinnen und Jäger und die damit einhergehende große Verantwortung bei der Jagd. In den Fürbitten dankten die Anwesenden für „alles, was da ist und lebt auf dieser Erde“ und baten um den achtsamen Umgang mit allen Lebewesen und die Bewahrung von Lebensräumen in Wald, Feld und Wasser.

Die Hubertusmesse legte einen starken Fokus auf die ethischen Grundlagen des Waidwerks. Ausgehend vom Evangelium des anvertrauten Geldes wurde die Kernbotschaft von Verantwortung und Rechenschaft betont. Dekan Thomas Hertlein rief dazu auf, die anvertrauten Gaben und die Schöpfung nicht ängstlich zu „vergraben“, sondern aktiv und verantwortungsvoll damit umzugehen. Das Gotteshaus war voll besetzt und besonders feierlich geleiteten die Parforcehorngruppe und die Jagdhornbläser der JV Schwäbisch Hall durch den Gottesdienst.

Kreisjägermeister Rieger fordert Respekt statt Beliebigkeit

Im Rahmen der Hubertusfeier hielt Kreisjägermeister Timo Rieger eine zentrale Ansprache, in der er die Hubertuslegende als zeitlose ethische Botschaft interpretierte. Er betonte, dass der historische Wahrheitsgehalt zweitrangig sei, die überzeitliche Wahrheit jedoch Jägerinnen und Jäger zur Achtsamkeit, Respekt und Maßhaltung gegenüber Wild und Natur verpflichte. Jeder könne einen eigenen, persönlichen „Hubertus-Moment“ erleben, der dem jagdlichen Tun einen ethischen Rahmen gebe.

Er betonte die aktuellen Herausforderungen in Natur und Forst: die durch Trockenheit, Hitze und Borkenkäfer großflächig geschädigten Wälder sowie die Fragilität der flurbereinigten Agrarlandschaft, in der es an Rückzugsorten wie Hecken und Feldgehölzen fehle. Zudem verglich er die Aufgabe der Jäger mit der eines Restaurators, der Schicht für Schicht behutsam abtragen müsse, um die natürlichen Prozesse wiederherzustellen.

Der Kreisjägermeister unterstrich die Rolle der Jägerschaft als Fachleute und Vorbilder, die durch Regulierung von Wildbeständen, Hegemaßnahmen und Monitoring von Tierseuchen einen öffentlichen Dienst leisteten. Abschließend mahnte er den Zusammenhang von Freiheit und Verantwortung an: „Freiheit bedeutet nicht, zu tun und zu lassen, was uns gefällt, sondern die Freiheit unser jagdliches Handeln am Wohl der Wildtiere und ihrer Lebensräume auszurichten.“ Die eigentliche Rechenschaft schulde man dem Schöpfer der Welt.

24 Jungjäger erhalten ihren Jägerbrief

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die feierliche Überreichung der Jägerbriefe an die neuen Jungjägerinnen und Jungjäger durch den Kreisjägermeister und den Stellvertretenden Ausbildungsleiter Wolfgang Wahr. Von 27 hochmotivierten Teilnehmern konnten nach intensiver Ausbildung 24 Absolventen in den Kreis der Jägerschaft aufgenommen werden. Die Ausbildung umfasste 150 Stunden Theorie, 40 Stunden Praxis und 50 Stunden Schießausbildung. Wildbiologie, Land- und Waldbau, Tier- und Naturschutz, Hochsitzbau, Waldbegang, Hundetag, Wildkrankheiten, Jagdrecht und Vieles mehr wurden über Monate hinweg durch 16 Ausbilder und unter Leitung von Thomas Döring an die Jungjäger vermittelt.

Die Jungjäger bedankten sich in einer emotionalen Rede bei ihren Ausbildern für das vermittelte Wissen und die gelebten waidmännischen Werte. Sie betonten, dass sie das „beste Fundament“ für ihre verantwortungsvolle Aufgabe erhalten hätten. Untermalt wurde die Zeremonie von den traditionellen Signalen der Jagdhornbläser.

Hundeführer und ihre vierbeinigen Partner glänzen

Die erfolgreichen Hundeführer des mehrmonatigen Hundekurses wurden ebenfalls gewürdigt. Hundeobmann Henning Gaugel berichtete stolz, dass alle teilnehmenden Gespanne die anspruchsvolle Brauchbarkeitsprüfung im September bestanden hatten. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, wie wichtig die Hundeausbildung für die waidgerechte Jagd sei und entsprechende Ausbildungswälder und -Flächen benötigt werden. Diese standen im Pfarrwald in bester Form zur Verfügung. Den erfolgreichen Gespannen spielten die Jagdhornbläser festliche Signale.

Wohltätige Auktion füllt die Spendenkasse

Zum Ausklang des offiziellen Teils fand eine Auktion zugunsten guter Zwecke statt. Die Einnahmen sollten sowohl das Jungjäger-Team (geleitet durch Joris Abel) bei ihren Aktivitäten unterstützen als auch dem Kinderhospiz in Schwäbisch Hall zugutekommen.

Die Versteigerung zweier Jagdsitze erzielte beachtliche Erlöse. Ein „Kleiner Scherensitz“ wurde nach einem spannenden Bieterduell für 250 Euro ersteigert. Der zweite Sitz, ein „Drückjagd-Bock“ mit Rückenlehne, fand für 350 Euro einen neuen Besitzer. Insgesamt konnten die Kassen gut gefüllt werden. Die Organisatoren Gabriele & Volker Kraus vom Festausschuss sowie die Hegeringe erhielten großen Dank für diese herausragende Hubertusfeier und die reibungslose Durchführung. Ein Dank ging ebenso an Ernst Kunz, in dessen Festscheune in Veinau traditionelle Hubertusteller einen besonders stimmigen geschmacklichen Rahmen boten. 

Die Feier klang in kameradschaftlicher Atmosphäre mit guten Gesprächen und dem traditionellen Wunsch nach „Waidmannsheil“ für die kommenden Jagden aus.