Zurzeit in aller Munde, jedoch wissen viele dennoch damit nichts anzufangen: der Eichenprozessionsspinner.
Eigentlich nur ein großer aber unscheinbarer Schmetterling. Seine Entwicklung bis hin zu den Hinterlassenschaften dieser, gehören zu den aktuellen Gefahren die im Wald zu finden sind.
Die Raupen dieses Schmetterlings haben ab dem 3. Monat des Entwicklungsstadiums mit Widerhaken ausgestattete Brennhaare, die bei Berührung abbrechen und das Nesselgift Thaumetopein freisetzen. Dies kann auf der Oberhaut und den Schleimhäuten zu Reizungen, Quaddeln und Entzündungen führen. Durch Einatmen kommt es oft zu einer Bronchitis und teilweise sogar zu Asthma. Fieber, Müdigkeit und Bindehautreizungen sind ebenfalls Begleiterscheinungen einer Berührung mit den Brennhaaren. Bei überempfindlichen Personen gehen die Reaktionen bis hin zum Schock.
Die Raupen leben in einem Gespinstnest an den verschiedenen Eichenbäumen. Oftmals findet man sogar mehrere Nester an einem Baum. Zum Fressen bilden die Raupen ihre Prozessionskette und ziehen Richtung Baumwipfel um an die Blätter zu kommen. Auch wenn die Falter ihr Nest fliegend und fertig entwickelt verlassen haben, bleibt das Toxin in den zurückgelassenen Brennhaaren in den Nestern über mehrere Jahre aktiv. Die vom Baum mit der Zeit abfallenden Häutungsnester findet man teilweise unterhalb der besiedelten Bäume als fast unscheinbaren braunen vermeintlichen Laubklumpen. Hier gilt ebenso Vorsicht für Hunde. Auch diese reagieren auf Kontakt mit den Haaren und sollten umgehend dem Tierarzt vorgestellt werden, sollte es zu einer Berührung gekommen sein. Da wir die Brennhaare durch Schuhe und Kleidung ebenfalls ungewollt mit nach Hause bringen können, gilt beim Waldspaziergang allgemeine Vorsicht und für etwas Sicherheit kann man seine Schuhe nass abspülen und die Kleidung direkt danach waschen. Selbst kann man nur duschen und die Reaktionen der Haut weiterbeobachten. Bei Berührung mit den Schleimhäuten oder sonstiger starker allergischer Reaktion wird der sofortige Arztbesuch angeraten.
In der Zeit von Mai bis Oktober gilt bei Waldbesuchen den direkten Kontakt mit der Bodenvegetation in befallenen Waldregionen zu meiden. Am besten auf den ausgewiesenen Wegen bleiben. Ggf. auf Schilder achten und bei starkem Befall den Wald oder Gartenbereiche mit befallenen Eichen ganz meiden.
Auch die Holzernte sollte in dieser Zeit in befallenen Gebieten vermieden werden. Falls sich diese Arbeit nicht ganz vermeiden lässt, gilt es, vor allem Unterarme und Nacken zu schützen.
Sollten sich die Spinner auf einem Gartengrundstück oder z Bsp einem Gelände eines Waldkindergartens oder anderweitig ständig genutzten Bereichs befinden, wird dringend davon abgeraten, selbst Hand an die Beseitigung der Raupen zu legen. Je nach Fall bitte an einen Schädlingsbekämpfer oder die Gemeinde wenden.




